Sonntag, 23. Juli 2017

Helga Rabl-Stadler über Compliance

Helga Rabl-Stadler, Festspielpräsidentin in Salzburg, über die Notwendigkeit von Compliance-Regeln:
»Leider entstanden diese Vorschriften, weil der Anstand verlorengegangen ist. Ein anständiger Mensch weiß, was er annehmen kann und was nicht.«
Foto: Klaus Heidemann

Sonntag, 2. Juli 2017

Das Versal-Eszett (ẞ) ist nun rechtens

In typografischen Fachkreisen wurde an der Form für den Großbuchstaben des „ß“ schon seit einigen Jahren gearbeitet und die Einführung gefordert. Ein Beispiel dafür ist dieser Artikel das Fachforums typografie.info aus dem Jahr 2013. Doch die Diskussion dazu begann bereits vor über 100 Jahren. Nun ist es amtlich: Seit dem 29. Juni 2017 ist das Versal-Eszett Bestandteil der amtlichen deutschen Rechtschreibung.
Die bereits vorliegenden Entwürfe der Buchstabenform überzeugen mal mehr und mal weniger. Doch voraus gesetzt, die verwendete Schrift enthält überhaupt eine Glyphe für den doch nicht ganz so neuen Buchstaben, wie gibt man ihn ein? Auch damit hat sich Ralf Herrmann, der Betreiber von typografie.info, bereits 2014 beschäftigt: Wie gibt man das große Eszett ein? Oder man kopiert es einfach hier hier: ẞ Bitteschön.
Foto: Klaus Heidemann (Bunte Republik Neustadt)

Samstag, 24. Juni 2017

Wein auf Kos und Leros

Die Weine der Ägäischen Inseln sind hierzulande kaum bekannt: keine großen Winzernamen, in den Weinführern nicht existent, in Deutschland kaum erhältlich. „80 Prozent allen Weins der Dodekanes entsteht auf Rhodos“, beschreibt Wikipedia den Weinbau auf den Dodekanes. „Daneben ist der Weinbau auf Kos ebenfalls gut strukturiert … während auf … Leros praktisch nur für den Hausverbrauch produziert wird.“ Und doch können die beiden Inseln Kos und Leros mit kleinen Schätzchen überraschen. Vorherrschend sind die beiden regionaltypischen Rebsorten Assyrtiko und Malagousia (auch: Malagouzia). So hat jedes Weingut der beiden Inseln ein Verschnitt dieser beiden Weißweinsorten im Angebot. Daneben findet man u.a. auch Chardonnay oder Rotweinsorten wie z.B. Cabernet Sauvignon oder Syrah. Die Weine werden hier nicht am Berg, sondern aus klimatischen Gründen in der Ebene angebaut.
Vorab sein erwähnt: Für etwa 8 Euro bekommt man in anderen Regionen Weine, die sicherlich besser sind. Und doch habe ich die Weine auf Kos und Leros gern genossen. Denn mit ihrem individuellen Geschmack unterstützen sie das Erleben der Region und seiner kulinarischen Eigenheiten ideal. Zum frisch gefangenen Fisch ist ein Assyrtiko-Malagousia-Weißwein ein guter Partner. Und auch zuhause passt der Wein zum griechischen Hauptgang ganz hervorragend.
Beginnend auf Kos muss man leider feststellen, dass ein Besuch der Weingüter eigentlich nicht lohnt. Am Tresen stehend darf man sich die Proben zu Gemüte führen, wird von einer netten jungen Damen dabei beobachtet, darf dann ein paar Flaschen kaufen und wieder abtreten. Schade, denn die Weingüter mit ihrer modernen Architektur sind eigentlich optisch recht ansprechend und mit ihrer Lage auch gut zu erreichen. Doch von Weinkultur keine Spur. Gemütlich geht anders. Zum Glück sind die regionalen Weine auch im Supermarkt (zum gleichen Preis) erhältlich.
Der Assyrtiko-Malagousia des Weinguts Hatziemmanouil (direkt an der Hauptstraße in der Nähe der Kreuzung nach Tigáki, Preis: 8 Euro) wurde 2017 in Lyon mit Silber ausgezeichnet. Das Aroma ist von einer stark fruchtige Note (Zitrusfrüchten und Pfirsich) geprägt, die frische Säure ist keinesfalls unangenehm.
Malagousia im Verschnitt mit Sauvignon Blanc gibt es beim Weingut Triantafyllopoulos (von der Hauptstraße abbiegen Richtung Lagoudi/Zia, Preis: 8 Euro). Auch hier kommt wieder die recht fruchtige Note zum Tragen, abgerundet durch eine schöne frische Säure. Desweiteren wird ein Chardonnay präsentiert, der einige Monate im Eichenfass lag (8,70 Euro). Hier will ich nicht ungerecht sein: Ich mag Weißweine aus dem Eichenfass einfach nicht. Aber wem’s gefällt…
Es gibt in der Nähe von Kos-Stadt (ebenfalls direkt an der Hauptstraße) noch das Weingut Mesariano, welches sich mit organisch-biologischem Weinbau beschäftigt. Allerdings sind mir diese Weine leider nicht begegnet.
Und auf Leros? Auch hier findet man die Symbole der Weinroute. Im Norden der Insel findet man das Weingut Hatzidakis (an der Hauptstraße hinter Kamara, online nur bei bei Facebook), welches sich mit dem stolzen Markennamen „Iokallis“ auf die Gottheit Artemis bezieht. Auch hier wird ein Assyrtiko-Malagousia-Verschnitt (7,20 Euro) mit den beschriebenen Eigenschaften angeboten. Allerdings haben uns die Weine von Kos mehr überzeugt. Folgt man der Weinroute weiter bis fast nach Blefouti, versteckt sich dort noch ein weiteres Weingut namens Isihos, welches ich allerdings nicht besucht habe.
Alles in allem ist es immer wieder ein schönes Erlebnis, lokale Weine zu entdecken. Auch auf Kos und Leros waren die Weine angenehme Begleiter der Speisen. Oder auch einfach nur so.
Foto: Klaus Heidemann, Weingut Hatzidakis auf Leros

Dienstag, 13. Juni 2017

Kreativraumförderung in Dresden

Wie von Wir gestalten Dresden zu erfahren war, wird es im Herbst eine weitere Runde der Vergabe von Fördergeldern für Kreativräume geben. Diese Fördermaßnahme der Stadt Dresden „zur Unterstützung der Modernisierung und Bereitstellung von Räumen für die Kultur- und Kreativwirtschaft“ soll Kreativen helfen, Maßnahmen und Projekte umzusetzen, die zur Verbesserung der Raumsituation von Akteuren der Kultur- und Kreativwirtschaft beitragen. „Die Fördersumme ist auf maximal 50 % des förderfähigen Investitionsvolumens begrenzt, beträgt mindestens 500,- Euro, höchstens jedoch 5.000,- Euro. Die Förderung wird als nicht rückzahlungspflichtiger Zuschuss gewährt.“
Wir gestalten Dresden bietet dazu Beratungen an, der Aufsichtsrat im Bereich der Architektur, Ruairí O’Brien, hat sich sogar für bauliche Themen zur Verfügung gestellt.
Kleiner Tipp: Die Förderung können auch Immobilienbesitzer beantragen, wenn sie Räumlichkeiten dauerhaft für die Kreativbranche zur Verfügung stellen.
Und noch ein weitere Tipp: Der Eigenanteil kann (zumindest teilweise) auch als Eigenleistung erbracht werden. Mehr dazu in den Beratungsgesprächen von Wir gestalten Dresden.

Foto: Klaus Heidemann

Montag, 12. Juni 2017

Wahnsinnige Kollegen über wahnsinnige Kollegen

Die beiden Fahrrad-Enthusiasten Constanze Hauf und Stefan Hilger, beide arbeiten in der Asien-Abteilung von DIAMIR Erlebnisreisen, schreiben in ihrem Blog „Go Discover“ über die Radtour von Joschi Cyffka, Key Account Manager bei der DIAMIR-nahen Werbeagentur 7o7.
In sechs Monaten soll der kleiner Hoppser von Dresden nach Ulaan Baatar (Mongolei) geradelt werden. Derzeit durchquert die kleine Gruppe die Türkei. Auf den 10.000 Kilometern wird das Team teilweise wechseln (bzw. hat auch schon gewechselt), denn nicht jeder kann sich sechs Monate Zeit dafür nehmen. Abgesehen von den vielen Erlebnissen ist die Reise auch sportlich anspruchsvoll: „So habe ich die Gruppe z.B. allein an einem Tag mit 200 km wieder eingeholt“, meint Joschi. 200 Kilometer! Also meine bevorzugte Art der Urlaubsverbringung ist das nicht. Aber trotz allem: Wir wünschen dem symphatischen Joschi alles Gute und viele schöne Erlebnisse.

Foto (Klaus Heidemann): Das nur mal als Beweis, dass ich auch schon mal ein Fahrrad gesehen habe. Mit dieser Möhre bin ich in großer Hitze von 0 auf über 400 Höhenmeter geradelt, nur um anschließend ein einigermaßen vernünftiges Panoramafoto erstellen zu können. Aber 200 Kilometer? Mal so eben zwischendurch? Wahnsinn.

Mittwoch, 19. April 2017

Website-Test für mobile Nutzung

Eine Optimierung für mobile Endgeräte wird von Google wohl für ein gutes Ranking in den Suchergebnissen vorausgesetzt. Unter https://testmysite.thinkwithgoogle.com/ können Webseiten auf diesen Aspekt hin überprüft werden. Viel Spaß dabei.
Google selbst erhält in diesem Test natürlich wenig überraschend Bestnoten. Doch schon bei den Webseiten von Facebook, der Telekom und sogar beim recht rudimentären Wikipedia-Design sieht es weniger berauschend aus. Von „poor“ über „fair“ bis „good“ ist alles dabei. Demzufolge müsste die erste Seite der Suchergebnisse eigentlich immer leer sein. :-) Manchmal ist Inhalt eben doch nicht ganz unbedeutend.

Motorradausfahrt mit Heimkindern

Bereits zum 16. Mal veranstaltet der Verein Sachsenbike eine Motorradtour für und mit Heimkindern. Freiwillige nehmen dabei Heimkinder als Sozius auf ihre Bikes (oder eben in den Seitenwagen). Die Kinder des Sonnenstrahl e.V., aus dem Kindererholungsheim für Tschernobylkinder in Hartenstein sowie weitere Heimkinder dürfen sich auf eine Motorradtour ab Schloss Augustusburg freuen. Bereits über 20 Biker haben sich für die Sachsenbike-Heimkinderausfahrt am 20. Mai gemeldet. Vorab gab es bereits eine kleine Tombola auf der Motorradmesse in Dresden.
Sachsenbike-Vorstand René Dahms berichtete mir bereits mehrfach von den leuchtenden Kinderaugen, die dieses Engagement der Biker ermöglichen. Danke für diese wunderbare Aktion.
Alle Informationen zur Tour, zu Möglichkeiten des Engagements sowie zu Möglichkeiten der Unterstützungen gibt es hier.

Montag, 13. März 2017

In der Druckerei: Broschüre zum Stadtverkehr in Leipzig

Wieder einmal ein Projekt zum Thema Verkehrsplanung: Der etwa 150 Seiten dicke Abschlussbericht zur »Studie zur Organisation des Stadtverkehrs unter besonderer Berücksichtigung des Wirtschaftsverkehrs« erhält begleitend eine 16-seitige Broschüre als Zusammenfassung. Die Studie ist Basis der (wirtschafts-) verkehrspolitischen Forderungen der IHK zu Leipzig an die Kommune. »Im Rathaus muss daher unverzüglich eine maßnahmenkonkrete strategische Investitionsplanung im Bereich der Verkehrsinfrastruktur vorgenommen werden, die der dynamischen Bevölkerungs- und Arbeitsplatzentwicklung sowie dem damit verbundenen wachsenden Verkehrsaufkommen gerecht wird«, schreibt der Präsident Kristian Kirpal.
Die Broschüre für das Ingenieurbüro IVAS im Auftrag der IHK zu Leipzig, die ich umsetzen durfte,  enthält einige Infografiken, die die Inhalte übersichtlich und prägnant darstellen sollen. Grundddesign, Farben und Schriftwahl waren natürlich durch die IHK zu Leipzig vorgegeben – doch gerade die Grafiken sorgen für etwas Auflockerung in der Gesamtdarstellung. Ein schönes Projekt.

Samstag, 4. März 2017

Klausurtagung von Wir gestalten Dresden

Die Gremien des Branchenverbands Wir gestalten Dresden fanden sich an zwei Tagen für eine weitere Klausurtagung zusammen. Aufbauend auf die Tagung im September 2016 wurde nun vor allem diskutiert, was die Dresdner Kultur- und Kreativbranche benötigt und wie der Branchenverband dabei unterstützend tätig werden kann und soll.
In der fünfjährigen Geschichte des Verbands wurde schon viel erreicht, doch nun war es Zeit für eine Überprüfung der eigenen Arbeit auf eventuelle Veränderungen und mögliche Anpassungen. Drei Vorstände, die Aufsichträte aus vier Teilbranchen, die beiden Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle sowie zwei Beiräte brachten dabei ihre Erfahrungen und Ideen ein. Verbesserungen wurden erarbeitet, Bewährtes bestätigt, neue Aufgaben formuliert.
Alles in allem war es m.E. ein produktives Treffen mit zahlreichen Ergebnissen. Bereits beim kommenden Newsletter werden Veränderungen sichtbar sein. Ebenso wird es eine Konkretisierung beim Beratungsangebot für Fördermitglieder geben, um ein weiteres Beispiel aufzuzeigen. Viele Maßnahmen werden rasch umgesetzt, doch manche werden erst mittelfristig realisierbar sein. Immerhin basiert die Arbeit des Verbands noch immer in weiten Teilen auf einer ehrenamtlichen Tätigkeit.
Veranstaltungsort war übrigens die Körnermühle, ein Bauerngehöft mit Pension in der Nähe von Dippoldiswalde – schön war’s dort.

Montag, 16. Januar 2017

Magic City – Die Kunst der Straße

Ob Schmiererei oder Kunst – die Bewertung von Street Art macht sich für viele am Ort fest, weniger am Werk selbst. Obwohl der Name „Street Art“ eigentlich … Wie auch immer.
Das Magic-City-Team um Carlo McCormick macht aus der Not eine Tugend: In der Ausstellung wurde eine künstliche Stadt installiert, auf deren Wände die Werke gesprüht, gemalt, geklebt und gehäkelt wurden. So ist es Schmiererei und Kunst zugleich, vielseitig und spektakulär.
Vierzig weltweit renommierte Künstler wie Loomit, DAZE oder Juandres Vera präsentieren ihre phantasievollen und teils verblüffenden Arbeiten, mit Andy K und Jens Besser sind auch zwei Dresdner vertreten. Das meistfotografierte Bild dürfte sicherlich die 3-D-Welt von Leon Keer sein, ein wunderbares Spiel der Komposition von Dreidimensionalität in einem zweidimensionalen Foto. Doch auch all’ die anderen beeindruckenden Werke laden zum Verweilen und Bestaunen ein. Dank eines digitalen Ausstellungsführers bekommen die Besucher weitere Informationen zu allen Arbeiten und Künstlern.
Noch vor den Eingang zur Ausstellung gibt das „Intro“ einen Überblick über die Graffiti-Geschichte in Dresden, wobei die Zusammenarbeit mit SPIKE so einiges an Lokalkompetenz eingebracht haben dürfte. Ich vermute natürlich, dass dieser Teil der Ausstellung in München Anderes beinhalten wird.
Apropos München: Die Magic City ist nur noch bis 5. März 2017 in der Dresdner Zeitenströmung zu besichtigen, ab 13. April 2017 werden die Stadttore dann im Olympiapark München geöffnet.
Foto: Klaus Heidemann