Samstag, 29. Oktober 2016

Die Vorteile von variablen Fonts

Welcher Grafiker kennt das nicht? Die Schrift bräuchte man für den Entwurf ein klein wenig schmaler, für die Überschrift aber auch ein ganz wenig fetter. Doch bei manchmal nur vier Schriftschnitten ist eine solche feine Abstufung leider nicht möglich. Man behilft sich mit kleinen Kniff: die Buchstabenbreite wird im Satzdokument etwas verringert, eine schmale Kontur um den Buchstaben gelegt. Auch wenn behutsame Eingriffe in die Buchstabenform optisch kaum auffallen, ist das doch nicht gerade eine optimale Lösung.
Bis vor gut zehn Jahren gab es dafür Multiple-Master-Fonts. Ein Beispiel dafür war die Myriad (siehe der Screenshot eines Entwurfs aus dem Jahr 2001, der zugegebenermaßen qualitativ noch verbesserungswürdig wäre). Ausgehend von einem Masterfont konnte man Buchstabenbreite und -fette stufenlos erzeugen (dafür stehen die Ziffern hinter dem Schriftnamen). Notwendig war dafür der Adobe Type Manager, dessen Entwicklung allerdings 2005 beendet wurde. Das bedeutete das Aus für Multiple Master Fonts.
Mit der nun veröffentlichten Schriftfonts-Spezifikation OpenType 1.8 kehren die Multiple-Master-Fonts zurück, wie typografie.info meldet. Alle relevanten Software-Anbieter wie Adobe oder Apple hätten sich auf Details des neuen Standards geeinigt, so heißt es weiter. Zu den bereits genannten Vorteilen kommen noch zeitgemäße Aspekte des elektronischen Publizierens hinzu: „So kann sich etwa die Breite der Schrift dynamisch mit der Spaltenbreite ändern“, schreibt Ralf Herrmann in seinem Artikel.
Nun müssen die neuen Spezifikationen noch in die Anwendungsprogramme wie Adobe InDesign oder QuarkXPress implementiert werden, um die Nutzbarkeit der neuen Fonts und deren Vorteile zu ermöglichen. Das wird wahrscheinlich nicht reibungslos und auch nicht ganz frei von (finanziellem) Aufwand für den Nutzer vonstatten gehen. In die Schriften müsste sowieso investiert, die Anwendungsprogramme auf den aktuellen Stand gebracht werden. Doch: Ich freu’ mich drauf.

Sonntag, 23. Oktober 2016

Aus Liebe zum Buch

In der arte-Sendung »Das sinnliche Buch« werden verschiedene Akteure der Produktion eines Buches vorgestellt: Gestalter, Drucker, Verleger, Händler. Doch eins eint sie alle: Die Liebe zum Buch und zur handwerklichen Kunst der Umsetzung. Ein solch’ hochwertig hergestelltes Buch ist eben mehr als eine Ansammlung von Einsen und Nullen, ein solches Buch ist auch sinnlich zu erleben. Dabei wird vor allem deutlich: Ein Buch, welches mit Liebe konzipiert und mit Leidenschaft hergestellt wird, hat auch in der Zukunft seine Daseinsberechtigung. Bei einer 08/15-Umsetzung dagegen wird es das gedruckte Buch sehr schwer haben, gegen die digitale Variante zu bestehen.
»Das sinnliche Buch« ist eine Empfehlung an Buchbegeisterte und Medieninteressierte, die Sendung ist noch eine Woche in der Mediathek zu sehen.
Foto: Klaus Heidemann, Druckmaschine Heidelberg Quickmaster bei WDS Pertermann, 1998

Moselbesuch zeigt Wirkung

Kaum haben wir die Region an der Mittelmosel besucht, findet sie sich nun auch in der Weltpresse wieder. :-) Heute: Der Ort Neef in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
In dem Haus links oben am Hang haben wir übrigens gewohnt: im Zecherhof.

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Die Dresdner Neustadt bei N24

N24 schreibt über die Dresdner Neustadt, die doch ein wenig anders ist als der Rest von Dresden. Aus aktuellem politischen Anlass wird der Schwerpunkt dabei natürlich auf die Weltoffenheit gelegt. „Ein offenes Klima gilt für alle Neuankommende, seien sie jetzt Geflüchtete aus dem Sindschar-Gebirge, Zugezogene aus Senftenberg oder Touristen aus Seattle,“ so beschreibt N24 die Atmosphäre. Den vollständigen Artikel gibt es hier.
Foto: Klaus Heidemann, Blick von der Turmspitze der Martin-Luther-Kirche