Donnerstag, 26. Mai 2016

Über den Unterschied zwischen einem (ein Produkt beschreibendes) Essay und Werbung

„Weil ein Essay, unabhängig von der darin zum Ausdruck gebrachten Wertung des Celebrity-Produkts, eben zuallererst dem Leser verpflichtet ist und nicht dem Auftraggeber. … Werbung funktioniert dagegen völlig anders. Werbung hat sich, was ihren Wahrheitsgehalt angeht, nur an bestimmte formaljuristische und mit etwas rhetorischem Geschick leicht zu umgehende Regeln zu halten – und kennt darüber hinaus nur ein einziges Ziel: Umsatzsteigerung.“
David Foster Wallace in „Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich“ (1996)
Foto: Klaus Heidemann, Hafen von Makarska, Kroatien

Mittwoch, 25. Mai 2016

Typo-Wochenende „DDR-Alltagsschrift“ in Weimar

Das bereits dritte Walbaum-Wochenende widmet sich der Typografie in der DDR. Ist dabei der VEB Typoart mit seinen Schriften sicherlich vielen Typo-Interessierten ein Begriff, so soll am 2. und 3. Juli 2016 aber eher die Anwendung von Schriften durch Grafiker und Schildermaler das Thema sein. Anmelden kann man sie (nur noch bis Ende Mai) hier.
Die Walbaum-Wochenenden sind eine Veranstaltungsserie des Druckgrafischen Museums „Pavillon-Presse“ in Weimar. Mitveranstalter Ralf Herrmann wurde u.a. durch seine Schrift Wayfinding Sans Pro, die speziell für Leit- und Orientierungssysteme entwurfen wurde und z.B. im Flughafen von Bogotá und der U-Bahn von Rio de Janeiro eingesetzt wird, sowie durch sein Portal Typografie.info szeneweit bekannt.

Samstag, 21. Mai 2016

Homeoffice als Arbeitsmodell der Zukunft?


„Man muss miteinander sprechen, raus aus der Nische, sich mit Kollegen austauschen – auch mit denen aus anderen Abteilungen.“
Marcus Engman, Chefdesigner bei IKEA, in der Frankfurter Sonntagszeitung vom 1. Mai 2016

Manche Trends tauchen alle Jahre wieder auf und werden jedes Mal als gerade äußerst zeitgemäß gefeiert. Das Arbeiten im Homeoffice ist ein solcher. Früher war es die Hoffnung, Bürokosten zu sparen, heute geht es vor allem um die Individualisierung des Arbeitsalltags.
Doch wie man bereits an der Auswahl des Zitats leicht erkennen kann, halte ich diese Tendenz für kritisch. Sicherlich: Für manche Tätigkeiten im kreativen Gewerbe mag das Homeoffice ein geeigneter Arbeitsort sein. Pixelretusche oder das Vektorisieren von Grafiken mögen Beispiele dafür sein. Doch für den kreativen Schaffensprozess taugt ein solches Arbeiten im stillen Kämmerlein m.E. nicht, zu wichtig sind dabei das Einholen von Erfahrungen und der Austausch von Ideen. Denn ohne diesen Input reicht es maximal für Mittelmäßigkeit. Aber wahrscheinlich wird, wie bereits vor einigen Jahren, aus Erfahrung ein Umdenken stattfinden. Vielleicht heißt es dann wieder: Alles zurück ins Büro.
Foto: Klaus Heidemann, 2003