Mittwoch, 24. Juli 2013

„Maasai“ als Marke?

Robert Kneschke weist in seinem Fotoblog darauf hin, dass Vertreter der Maasai seit einiger Zeit versuchen, den Namen „Maasai“ sowie traditionelle Farbkombinationen als Marke registrieren zu lassen. Dabei verlinkt Robert auch auf einen Artikel der BBC von Ende Mai. Wie weit diese Bemühungen fortgeschritten sind, ist leider nicht bekannt.
Doch verständlich ist das Anliegen durchaus: Immer wieder werden die Maasai in der Werbung und gar in Produktnamen verschiedenster Industriezweige im wahrsten Sinne des Wortes vorgeführt, ohne dass die bekannte ostafrikanische Volksgruppe davon profitiert. So hat ein Autorhersteller den Namen Maasai in den USA zur Registierung angemeldet. Hinzu kommt, dass die Maasai im Alltag immer wieder von Touristen fotografiert werden, ohne vorher gefragt zu werden. Dieses Mindestmaß an Anstand ist zu vielen Touristen leider verloren gegangen.
Doch ein Markenschutz könnte auch Auswirkungen auf die Tourismuswerbung haben. Um Reisen nach Kenia und Tansania zu illustrieren, kommen natürlich oft auch Fotos von Maasai zum Einsatz, auch wenn diese Fotos natürlich unter Zustimmung entstanden sind. Doch bei einem Markenschutz könnte auch in der Tourismuswerbung eine Abbildung rechtlich schwierig werden. So ist m.W. für eine Abbildung der Aborigines – die bereits vor 15 Jahren mit einem rechtlichen Schutz erfolgreich waren – auch bei Reisen nach Australien eine gesonderte Genehmigung notwendig.
Man darf gespannt sein, ob die Maasai mit ihrem Vorhaben erfolgreich sind. Einerseits ist es ihnen zu wünschen, andererseits hätte ich dann ein Problem bei der Gestaltung von Ostafrika-Katalogseiten.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Hinweis: Nur ein Mitglied dieses Blogs kann Kommentare posten.