Dienstag, 31. März 2009

300dpi – Teil 2

Bereits im Artikel Reicht eine Bildauflösung von 300dpi? habe ich das Thema „300dpi“ schon angeschnitten. Heute soll es nun darum gehen, ob diese ominösen 300dpi als Dogma zu betrachten sind. Natürlich nicht. Denn die erforderlich Bildauflösung der Druckdaten hängt u.a. mit dem Druckraster zusammen. Für einen Bildband, der höchstmöglich aufgelöst gedruckt wird, wären 300dpi zu wenig.
Und es gibt noch eine zweite Komponente: den Abstand des Betrachters. Eine Broschüre hält man in einem Abstand von vielleicht 30–40 Zentimetern, um sie anzusehen. Bei einem großen Plakat dagegen steht man weiter entfernt, um es in seiner Gesamtheit anzuschauen. Daher benötigen beide Druckstücke nicht die gleiche Bildauflösung. Ganz im Gegenteil: Viel hilft nicht viel, sondern kann sogar schaden. Beispiel: Ein DIN A1-Plakat hat als 300dpi-TIFF in CMYK eine unkomprimierte Dateigröße von etwa 270MB. Arbeitet man in der Bildmontage mit Ebenen, kommen schnell ein Gigabyte oder mehr zusammen. (Anmerkung: Vor nicht all’ zu langer Zeit gab es noch gar keine Festplatten in dieser Größe.) So zu arbeiten wäre grober Unsinn, denn aus einer Entfernung von 1–2 Meter wird kein Betrachter einen Unterschied zwischen einer Auflösung von 75dpi und 300dpi sehen. Eine 300dpi-Bildauflösung hat bei einem DIN A1-Plakat also keine optischen Vorteile, erhöht aber den Aufwand im gesamten Produktionsablauf erheblich. Nach meiner Erfahrung reichen bei einem DIN A2-Plakat oftmals schon 150dpi und bei einem DIN A1-Plakat 75dpi als Bildauflösung aus, um bei dem üblichen Betrachtungsabstand gute Ergebnisse zu erzielen.

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