Sonntag, 1. Februar 2009

Mexicó: Abstieg in Chichén Itza


Chichén Itza ist die bedeutendste der Mayastätten auf Yucatán. Aus gutem Grund, immerhin liegt sie im Einzugsgebiet der Tagesausflügler aus der Badehochburg Cancún.
Doch auch wenn man eine Rundreise durch Yucatán, Campeche, Chiapas und vielleicht sogar bis nach Tikal (Guatemala) durchführen will, empfiehlt sich der Besuch von Chichén Itza zu Beginn. Nicht zuletzt aus guten Grund: dort kann man sich nicht blamieren. Denn die Besteigung der Mayapyramiden (in Chichén Itza ist es die Pyramide El Castillo) ist nicht ohne. Genauer gesagt: der Abstieg. Hoch kommen sie alle. Doch nachdem man stolz auf seine Leistung beim Aufstieg war, den Ausblick auf die Umgebung genossen hat und mutig zum Abstieg schreiten will, dann kommt der Hammer. Der Blick von oben und der Gedanke, die eben erklommenen Stufen auch wieder hinabzusteigen, verursacht durchaus ein flaues Gefühl im Magen. Eigentlich ist es ja wie Treppensteigen, nur eben statt der Treppendecke den freien Himmel vor Augen. Doch genau dieses "eigentlich" ist eben der kleine psychologische Unterschied. Und in einem hat der Reiseleiter recht: ein Hubschrauber wird nicht kommen.
Es gibt nun viele Arten, sich die Treppenstufen hinunterzubewegen. Die ganz Mutigen stellen sich quer und steigen seitwärts hinab. Die weniger Mutigen nutzen die in der Mitte der Treppe angebrachte Kette und rutschen - sich an ihr festhaltend - auf dem Hosenboden hinunter oder kriechen auf allen Vieren rückwärts. Fakt ist, es gibt viele mehr oder weniger lächerlich aussehenden Methoden, diese Ausgabe zu bewältigen.Und das Schöne dabei: es betrifft alle. Zwar ist der Abstieg für alle, die es bereits geschafft haben, ein lustiger Anblick. Doch auch sie wissen genau: bei ihnen sah's genauso aus.
Übrigens: Man gewöhnt sich an alles. Der Abstieg von der zweiten Pyramide stellt noch eine spannende Aufgabe dar, aber schon bei der dritten wird man die Stufen in erhabener Bewegung hinabschreiten. Genau so wie im Treppenhaus.
Foto: Klaus Heidemann

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